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Vortrag von Helmuth A. Niederle: Exil- und Migrationsliteratur als ‚Wahrnehmungsschule‘ für Flucht und Migration heute


Vortrag von Helmuth A. Niederle: "Exil- und Migrationsliteratur als ‚Wahrnehmungsschule‘ für Flucht und Migration heute." Anschließend Dokumentarfilm (Regie: Andrea Eckert): „Durch die Welt nach Hause.“ Die Lebensreise des Frederic Morton

Donnerstag, 4. 3. 2020, 18.00
Stiftungssaal der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Universitätsstr. 65-67


Helmuth A. Niederle studierte Ethnologie, Volkskunde, Kunstgeschichte und Soziologe an der Universität Wien. Seit dem Sommersemester 2003 ist er Universitätslektor am Institut für Ethnologie- Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien. Mehrere Jahre war er Herausgeber der Reihe „skriptor mundi“, die in der „edition Kappa“ (München) erschien; seit 2006 ist er Herausgeber der Reihe „Edition Milo“, die im Verlag Lehner (Wien) und seit 2008 im Drava Verlag (Klagenfurt) erscheint; seit 2011 Aufbau der Reihe „edition pen“ im Löcker Verlag Wien. In den Jahren 2000 bis 2013 war er Beauftragter des Writers in Prison Committees des Österreichischen P.E.N.-Clubs und ist seit 2011 Präsident des Österreichischen P.E.N. Clubs.

„Durch die Welt nach Hause“ (Dokumentarfilm): „Das wirkliche Ich ist wahrscheinlich der Fritz Mandelbaum.“ Das ist wohl einer der wichtigsten Sätze, die der Schriftsteller Frederic Morton in diesem Film ausspricht. Wer die Heimat verliert, gewinnt zwei Fremden: Morton, der im Februar 1940, damals noch als Fritz Mandelbaum, auf der Flucht vor den Nazis in die Vereinigten Staaten kam, trägt wie so viele andere Emigranten diese beiden Fremden in sich. Und er hat bis zum Schluss nicht vergessen, wo seine lange Reise begann. Morton starb 2015 in seiner Heimatstadt Wien. Die Schauspielerin und Regisseurin Andrea Eckert hat den gebürtigen Wiener begleitet und kehrte mit ihm in den 17. Gemeindebezirk zurück, wo sein Vater eine Metallwarenfabrik besessen hatte. Dabei erwies sich Morton als großartiger Erzähler. Seine arme, aber glückliche Kindheit sollte mit dem „Anschluss“ jäh zu Ende sein. Und auch der Neubeginn war schwierig: Als sich der Nebel über Manhattan genau in dem Moment lichtete, als die Familie Mandelbaum ihr Ziel erreicht hatte, waren die Hochhäuser für den Buben „weniger imponierend als erschreckend“.
„Durch die Welt nach Hause“ ist, wie der Titel schon deutlich macht, ein Film über eine Heimkehr, weshalb schon deshalb die Erfolge Mortons als Autor („Die Rothschilds“) im Hintergrund bleiben. Es geht Andrea Eckert um den Menschen, der nach eigenen Worten in zwei Exilen lebt: in einem geografischen und in einem zeitlichen.

Veranstaltet vom Dialogforum Zusammenleben in Kooperation mit dem Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, der Katholischen Hochschulgemeinde, dem Verein Welt&Co und der Caritas